Wenn diese Seite nicht korrekt angezeigt wird
gehen Sie bitte zur Originalseite



boerse.ARD.de : Was wird aus Deutschlands Börsenmaklern?

Meldung


03.03.2010 17:17
Was wird aus Deutschlands Börsenmaklern?
von Robert Minde
Über den Börsenrat der Frankfurter Wertpapierbörse haben die Frankfurter Kursmakler das Ende des skontroführerbasierten Parketthandels selbst mit besiegelt. Was bedeutet das für ihre berufliche Zukunft?
Blick in den Frankfurter Börsensaal (Quelle: picture-alliance/dpa) vergrößernFrankfurter Börsensaal - bald Sitz der "Xetra-Spezialisten" 

Mit der Entscheidung, alle Transaktionen zukünftig ausschließlich über das elektronische Handelssystem Xetra abzuwickeln, verabschiedet sich die Frankfurter Wertpapierbörse als eine der letzten großen europäischen Handelsplätze endgültig vom klassischen Kursmaklermodell. Zukünftig wird es aber "Xetra-Spezialisten" geben, die, sofern nötig, ebenfalls Nachfrage und Angebot zusammenführen sollen, um dadurch Liquidität zu schaffen. Bekommen die alten Skontroführer also nur einen neuen Namen und machen ansonsten so weiter wie bisher?

Der Eintritt in die Zukunft
Strategisch mache die Entscheidung sowohl für die Deutsche Börse als auch für den Endkunden Sinn, den Handel komplett auf die Xetra-Plattform zu verlagern, so Carsten Luetke-Bornefeld vom Düsseldorfer Handelshaus Lang & Schwarz. Die Plattform bietet zukünftig mehr Internationalität, der Teilnehmerkreis verdoppelt sich von aktuell 120 angeschlossenen professionellen Handelspartnern auf zukünftig 240. Dadurch wird der Markt insgesamt liquider, was im Interesse des Anlegers liegt.

Das Aufgabenfeld des "Xetra-Spezialisten"
Ähnlich wie auf der aktuellen Derivate-Plattform Scoach der Frankfurter Börse wird der "Xetra-Spezialist" dafür verantwortlich sein, wenn nötig im System Kurse zu stellen und damit für Liquidität zu sorgen.

Künftig wird der Spezialist nur noch für illiquide Werte, wie etwa Auslandsaktien zuständig sein, die in Frankfurt weiterhin notiert sind. Umsatzstarke Standardwerte wie Dax- oder MDax-Titel werden zukünftig ausschließlich maschinell gehandelt. Für diese Aktien entfällt zukünftig ein Makler oder Skontroführer gänzlich. Bei den illiquiden Werten kann es jedoch notwendig werden, Angebot und Nachfrage "per Hand" zusammen zu führen.

Das wird immer dann der Fall sein, wenn Angebots- oder Nachfrageüberhänge entstehen, die maschinell nicht einfach abgearbeitet werden können. Ein Beispiel: Es stehen 100 Aktien zum Kauf und 120 zum Verkauf. Aufgabe des Spezialisten wird es dann sein, zunächst die 100 Aktien zusammen zu führen, für die ein Umsatz getätigt werden kann. Die übrigen 20 Stück, also den Angebotsüberhang, nimmt er auf eigene Rechnung und damit als Risiko in seine Bücher. Sofern der neue "Spezialist" ein ehemaliger Skontroführer ist, ändert sich für ihn also zunächst nicht viel.

Wer bekommt was vom Kuchen?
Bleibt die Frage, wie die Mandate zukünftig aufgeteilt und wie viele Spezialisten überhaupt gebraucht werden. Klar ist bisher nur, dass zukünftig nicht alle Makler automatisch zu "Xetra-Spezialisten" werden. Wie die juristischen Auseinandersetzungen der Vergangenheit zeigen, dürfte die Verteilung, über die künftig allein die Deutsche Börse entscheidet, nicht ohne einen harten Verteilungskampf vor sich gehen. Auch davon verspricht sich der Börsenbetreiber eine bessere Qualität seines Angebotes.

Mit der beschlossenen Übergangsfrist von zwei Jahren lässt der Börsenrat den Maklern Zeit, um sich auf die Änderungen entsprechend einzustellen. Insgesamt kann es keinen Zweifel daran geben, dass der Markt in den nächsten zwei Jahren konsolidieren wird, so Luetke-Bornefeld.

JavaScript ist deaktiviert!
Zur Zeit funktionieren einige Elemente unserer Website, z.B. die Suche, Charts, Auswahlmenüs etc., nur mit aktiviertem JavaScript.
Wir bemühen uns darum, die wichtigsten Funktionen zukünftig auch ohne JavaScript nutzbar zu machen.
Links in der ARD
Smartphones
Linkbild
Die technologische Mini-Revolution
Pusher 2.0
Linkbild
Alte Maschen auf neuen Kanälen
Aktienbetrüger entdecken das Social Web
Standort:
© hr 2010

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, radiobremen, rbb, SR>, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, arte, PHOENIX, 3sat, KIKA, DeutschlandRadio, DW-World.de Deutsche Welle

Logos der Landesrundfunkanstalten, Einrichtungen und Kooperationen der ARD Zum Internet-Angebot des Bayerischen Rundfunks Zum Internet-Angebot des Hessischen Rundfunks Zum Internet-Angebot des Mitteldeutschen Rundfunks Zum Internet-Angebot des Norddeutschen Rundfunks Zum Internet-Angebot von Radio Bremen Zum Internet-Angebot vom Rundfunk Berlin-Brandenburg Zum Internet-Angebot des Saarländischen Rundfunks Zum Internet-Angebot des Südwestrundfunks Zum Internet-Angebot des Westdeutschen Rundfunks Zum Internet-Angebot von ARD Digital Zum Internet-Angebot von ARTE Zum Internet-Angebot von PHOENIX Zum Internet-Angebot von 3sat Zum Internet-Angebot des Kinderkanals von ARD und ZDF Zum Internet-Angebot von Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur Zum Internet-Angebot der Deutschen Welle